„Besser arm dran als Arm ab!“ - K 01-13

Veröffentlicht auf von alteninformant

So erinnere ich eine schwarze Witzelei von mehr oder weniger darbenden Leuten, die die Weltkriegsschrecken seinerzeit körperlich einigermaßen intakt überstanden hatten.

Steht etwa noch zu erwarten, dass die hemmungslosen Schönredner von heutiger Armut auf der Regierungsbank und deren „Experten“ auch auf derlei harte Sprüche zurückgreifen?

„Zweikomma und noch was arme Alte“, was ist das schon, so tönen sie. Diese Ziffer enthält aber nicht all jene, welche mit einem oft miesen kleinen Job ihre karge Rente aufbessern, Hunderttausende inzwischen.
„Deutschland ging es nie zuvor so gut“, spreizt sich mit biederem Gesicht die Kanzlerin.

Es ist da immerhin der Sozialministerin, ihrem Mut auch, zugute zu halten, dass sie das Thema gesetzt und ihm ganz breite Aufmerksamkeit verschafft hat – „Panikmache“ schrieen die Partei- und Koalitionsfreunde und halten die Idee einer (an kaum erreichbaren Zugangsbedingungen krankenden) „Lebensleistungsrente“ schon für viel zu teuer.
„Weiße Salbe“ für den gar nicht lahmenden Arm könnte man mit einer alten deutschen Redensart spotten, was ein im Mittelalter gebräuchliches, aus Bleiweiß und Tierfett bereitetes „Gesundheitspflegemittel“ meint. Das „hilft nichts und schadet nichts“, lese ich im „Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten“. Wie auch die so genannte „Lebensleistungsrente“, zu gewähren, nur wenn 40 Versicherungsjahre und zusätzliche private Vorsorge nachgewiesen werden können.

Schmähkritik? Aber gewiss doch! Wo kluge Argumente Mal um Mal wie ungesagt übergangen werden! Man kann sich das anhand der Protokolle von Bundestagsdebatten vergegenwärtigen. – Link 

  Siehe auch meinen Kommentar „Mit Ironie und Spott aufklären und ,aufbringen’ – hochzürnen!“ – Link Mit Ironie und Spott aufklären und „aufbringen“ – hochzürnen!

Wer schickt mir den besten schwarzen Witz, der schwarzgelbe „Regierungskunst“ verhöhnt? - Mail

„Es gibt keine Altersarmut. Weil: Die betrifft ja nur Alte.“ So habe ich wortgetreu den in „Neues aus der Anstalt“ (ZDF, 18.12 ) kalauernden Urban Priol in der Wochenschau zitiert. Der Satiriker macht uns auf seine Weise klar, wie absurd von manchen regierenden Politikern und ihren Experten mit dem Problem umgegangen wird.
Solch Humor versteht nicht jeder?
„Wenn du doof bist, kann das Leben so einfach sein“, übersetzte Gerburg Jahnke in „Ladies Night“ (WDR).
Doch auch sie versteht wohl nicht, wer Ironie nicht kann.

Damit würde auf ein kathartisches, ein befreiendes Lachen gezielt, weiß der Experte. Na ja, das ist ein vages Gefühl von Befreiung. Die reale ist aber doch nur durch die AKTION zu erreichen. Personen und Zustände der Lächerlichkeit preiszugeben, kann die Aktion vorbereiten helfen, sie begleiten und unterstützen. „Lachend triumphieren“ ist die Parole.

  Siehe auch K 37-09 „Humoristische Altenpflege“! – Anfrage:  kurt-pit@arcor.de 

Mut macht (langfristig) Artikel 5 des „Rheinischen Grundgesetzes“:

„Et bliev nix, wie et wor.“

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