„Ich hab' alles, was ich brauch' ...“ K 21-13

Veröffentlicht auf von alteninformant

„und 'nen Bauch hab' ich auch.“ Jürgen von der Lippe drückt damit nicht etwa seinen Standpunkt zum gegenwärtigen Wahlkampf mit erwartbaren und teils sogar gegebenen Parteienversprechen aus. Die Zeilen stammen aus einem schon zurückliegenden Programm des Spaßmachers. 

Aber treffen sie nicht eine derzeitige betont bräsige Haltung, die lässig unaufgeregte Stimmung des heutigen Typus „Normalverbraucher“ wenige Wochen vor dem Urnengang zur Bundestagswahl? 

 

„Wahlkampf geht nicht, weil die Stimmung so gut ist“, hörte ich kürzlich noch auf einem Sender. 

Ist sie das wirklich? Herrscht tatsächlich allgemeine Zufriedenheit, oder hat vielleicht bloß Kritiker mit Medienresonanz partielle Antriebsschwäche befallen?

 

Eben soll nun freilich erst mit den Plakaten eine sogenannte „heiße“ Phase des Wahlkampfes begonnen haben.

 

Diskussionen am gewerkschaftlichen Polit-Stammtisch offenbaren, was man in der Medienkritik verbreitete Politik-Verdrossenheit nennt, was aber eigentlich Verdruss mit den Parteien ist  An ehrenwerten (!) Stammtischen gibt es sie durchaus, so begründete wie rückhaltlose Kritik an Regierungspolitik bis zur Forderung, das Steuer herumzureißen. Viel davon ist im Einklang auch mit DGB-Presseerklärungen, die pits Wochenschau hier verbreiten hilft, deren Resonanz in den Medien aber gegen Null geht.

 

Da wird eher über die Eigenart von Regierungskunst der Kanzlerin getüftelt. Von einem Phänomen ist schon mal die Rede, dem eines ganz erstaunlichen Vertrauens in die Frau im Kanzleramt, glossiert mit dem Joke „Mutti wird‘s schon richten“. Ihr wird zugeschrieben, „dass Deutschland in der Krise so unbeschadet geblieben“ erscheint. – „Berliner Zeitung“, 27.7.

Phänomen auch deshalb, weil von der hohen Zustimmung für die Kanzlerin bei Umfragen die Koalition und ihre Partei eingeschränkt profitieren.

 

Ein Dilemma der parlamentarischen Demokratie?

 

Die NachDenkSeiten befassen sich mit Strategien der Meinungsmache, speziell dem „Zusammenspiel von Umfrageinstituten, Medien und Politik“. Findet so etwas genug Aufmerksamkeit? – Link 

 

„Was können wir von den politischen Institutionen und den wirtschaftlichen Unternehmen erwarten und vor allem: Was kann jede/r einzelne Bürger/in tun, um das politische System Deutschlands und der EU mitzugestalten?“ will www.frankenwarte.de aufklären.

 

Die Web-Plattform www.gutefrage.net/ titelte „Die meisten Rentner sind unzufrieden mit ihrer Rente. Warum tun sie nichts dagegen?“ Ein Besucher reagierte mit Ironie: „… wähle die etablierten Parteien und halt weiterhin still! So bist du ein braver Bürger.“ Ein anderer: „Viele haben aufgegeben …“.

 

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Der angesammelte Kritikfundus sollte einen Politikwechsel ermöglichen. Es kommt darauf an, den Forderungen nach dem Wechsel Kontur zu geben. Dazu gehört, den Bürgerinnen und Bürgern die Notwendigkeit eines Korrektivs von Seiten der Linkspartei plausibel zu machen.

 

Doch „Gegenblende“, das gewerkschaftliche Debattenmagazin, schätzt ein: 

„Die Bundestagswahl 2013 ist gekennzeichnet durch schleppende Mobilisierung im linken Lager.“

 

Wenn die Wahlkampfforderungen der Gewerkschaften mit denen der Parteien verglichen werden, erlebe ich Mal um Mal, dass die komplette Übereinstimmung mit dem Rentenkonzept der LINKEN wie selbstverständlich konstatiert wird. Das Wort „sowieso“ fällt dabei. 

 

Link Synapse

 

Wird sich das beim Votum von uns Alten am 22. September auswirken? 

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