„Opa, sei friedlich, sonst kommste ins Heim“ - K 10-12

Veröffentlicht auf von alteninformant

Doch diese Aussicht fürchtet Georg Schramm einstweilen weniger als die Mutlosigkeit Vieler. Der politische Kabarettist der Spitzenklasse, wie ich hier immer wieder für ihn werbe, weiß natürlich, dass nicht die besorgten Enkel die „Ruhigstellung“ der Alten bewirkt haben. Der zornige Kritiker, der über die „Macht des Wortes“ wie wenige verfügt, über eine Sprache, die hochdifferenzierte Wirkungen auslöst, war in seinem früheren Leben Gewerkschaftssekretär. So behandelt er sein Publikum heute wie eine aufgeschlossene Selbsthilfegruppe, die noch Anstöße braucht: „Altern heißt nicht Trauern!“ Und er bringt sie immer öfter in „Bombenstimmung“.

 

Es sei an die gesellschaftliche Grundstimmung vor fünf Jahren erinnert. Da warnte die BAGSO, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen: „Jetzt handeln, dann gibt es keinen ‚Aufstand der Alten!’“. Heute beklagt die aktuelle „Netzwerk-Info“ der Gewerkschaftslinken „Defensive Gewerkschaftspolitik“.  –  Link

 

Der „Aufstand“ ist ausgeblieben. Die „solide aggressive Grundhaltung“ von damals ist weithin ziemlich zahnlosem Klagen gewichen. Da kommt die Ermutigung von Georg Schramm gerade recht. Nehmen wir alles „aufs Korn“, was auf Ruhigstellung abzielt!

 

„Depression und Burnout“, zitierte das „rotkreuzmagazin“ den Arzt und Kabarettisten Eckart von Hirschhausen, „als Volkskrankheit und Dauerzustand müssen nicht sein“. 
„Zum Kaputtlachen“ ist, was uns die Regierenden zumuten. Nun wieder eine tolle Rentenerhöhung, die nichts als eine gemeine Täuschung ist. Und das viele Gerede über Altersarmut ohne angemessene Konsequenzen. Siehe ver.dis sopo …

Kabarett ist freilich nicht gleich Kabarett: „… manches Lachen im Publikum scheint nur die letzte Notwehr zu sein – beim rasenden Fall hinab auf den Grund der Wahrheiten“. So deutet ein Rezensent Eindrücke aus einem Programm von Hagen Rether bei den Berliner „Wühlmäusen“. – „Neues Deutschland“, 29.9.2011

 

Michael Sommer, der DGB-Vorsitzende, gibt sich ganz erfreut, wenn man „argumentativ streiten kann“. Mit der Bundeskanzlerin fühle er sich da viel besser als beim SPD-Kanzler Schröder.
„Wir wollen doch eine ausgeglichene Debatte führen“, höre ich immer wieder. Und so ziehen sich Debatten hin.
Sogar jene linke Euphorie, die sich von Erfahrungen wenig irritieren lässt, ist ruhiger geworden.
Haben Staatsschützer da etwa das Medikament „Paxil“ der namhaften US-Firma Glaxo SmithKline eingesetzt? Als Indikation für dessen Einsatz wird „Sozialangst“ angegeben.
Oder ist es einfach gelungen, die gängigen Methoden der Manipulierung, der „wörtlichen Betäubung“ besonders effektiv einzusetzen, die die NachDenkSeiten als „Zusammenspiel von Umfrageinstituten, Medien und Politik“  beschreiben?

 

Im Vorfeld von Aktionen gegen die EU-Sparpolitik, zu denen der Europäische Gewerkschaftsbund aufruft, konstatierte „Neues Deutschland“ (29.2.2012):
„Die Mobilisierungsfähigkeit in Deutschland ist nicht sonderlich hoch.“
Und hob hervor, dass sich bei ver.di immerhin einiges rührt.
ver.diPUBLIK (12/2011) machte die Vorgabe:
„Die Antwort auf die Politik der Ungerechtigkeit muss Gegenwehr sein. Wir brauchen eine Politik, die auch die Vermögenden an den Lasten beteiligt.“

 

„Jammern oder protestieren?“ – Die Faust zeigen!

 

„Mangelnder Mut kann zu Armut führen“, sagt Carsten Maschmeyer, der Erfogsmensch. An der Stelle würde ich dem Meister des Anlagebetrugs und Duzfreund von Politik-Gestaltern rechtgeben. Wiewohl er am ehesten für üble Entartungen der Gesellschaft Beispiel sein kann.

 

In meiner „Wochenschau“ bezeugen aktuelle Nachrichten, wie sich ein neuer Aufbruch für soziale Gerechtigkeit anbahnt. Welcher Platz dabei den Omas und Opas zugedacht wird, ist allerdings noch nicht erkennbar.

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