Rentenniveau – dödeliges Zahlenspiel von Ausgebufften - K 31-12

Veröffentlicht auf von alteninformant

 
„Dödel“ ist laut Wikipedia eine umgangssprachliche Bezeichnung für Trottel, gebräuchlich im norddeutschen Raum, der Heimat von Peer Steinbrück. Der ist freilich alles andere als ein solcher. Als ausgebufft sehen ihn dagegen sicher viele an.
St. bestreitet jetzt rundheraus, worauf der SPD-Vorstand und er selber bis eben noch kategorisch gepocht hatten. – Link

Zur Jahresmitte schrieb das „Handelsblatt“ unter der Überschrift „SPD-Spitze dementiert Wechsel in Rentenpolitik“:
„Die Parteilinke fordert seit längerem, das Niveau der Altersbezüge dauerhaft auf dem heutigen Stand festzuschreiben. Die SPD-Spitze ist bisher gegen eine Stabilisierung auf 50 %, weil dies sich laut Parteichef Sigmar Gabriel auf Mehrkosten von 20 Mrd. € belaufen könnte.“

Es geht um die 43 – eine Zahl, die sich vielen dieser Tage eingeprägt hat.
Besser wäre es, man könnte sie schnell vergessen. Besser freilich vor allem für die Jungen, die Alten von morgen, denn sie träfe schließlich das weitere Ansteuern des bundesdeutschen Allzeit-Tiefs im Rentenniveau.

„Kein Mensch in der SPD hat das je als Zielmarke debattiert, sondern es ist ein Interventionspunkt. Wenn der droht, dann soll … interveniert werden, damit es nicht zu diesen 43 % kommt“, betont St. nun als Kanzlerkandidat.
Zielmarke? Ach das war nur mal so eine Idee. Zahlenspielerei.
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Für den Kanzlerkandidaten gehört das offenbar zu seiner Methode „Dampf aus der Debatte herausnehmen.“ – dpa, 28.10.
Aus einer Debatte, die sich als richtig heftiger Streit darstellte. Wer’s nicht glaubt, frage danach SPD-Linke; Hilde Mattheis und Ralf Stegner. Die können bezeugen, wie verbissen es da zuging, sie müssten sich jetzt regelrecht veralbert vorkommen.
Aber in der Partei kennt man sich.
Der ansonsten nicht sehr aussichtsreiche Kandidat erweist sich vielleicht sogar noch als komische Begabung und kommt damit bei Wählern an?

Zurück zum Thema Rentenniveau – 43 % bedeutet:

„Wer 2000 € im Monat verdient, müsste dann durchgehend 43 Jahre arbeiten, nur um im Alter nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein.“
Wie lange?
43 Jahre, und zwar „durchgehend“! Doch wer kann das derzeit noch?
Zitat Annelie Buntenbach vom DGB-Vorstand in einer Gastkolumne für „Neues Deutschland“ vom 27./28.10.
Der DGB sieht „die Renten der jungen Generationen in ernster Gefahr, weil das Rentenniveau bis auf 43 % absinken soll“.

Was von St. wie eine Zahlenspielerei mit der 43 behandelt wird, ist letzten Endes wirklich die reinste Zufälligkeit. Es entbehrt doch jeden realen Sinnes, dass die Zielgröße für das Rentenniveau von „Reformern“ um Kanzler Schröder so angepeilt wurde, weitab von den realen Beschäftigungsdaten der über 60-Jährigen.
Oder haben wir davon auszugehen, dass resultierende erhebliche Rentenabschläge, in deren Folge Armutsrenten, schon im Kalkül der „Erfinder“ der Rente mit 67 lagen und sie jetzt für hartnäckiges Festhalten daran motivieren?

„Nun erst recht!“ gebietet Durchsetzungswille offenbar den Regierenden. Einsicht in die Argumente, Einlenken kommen da nicht in Betracht. Altersarmut? Ach was! Dagegen finden sie irgendwas anderes. Zuschuss…, Zusatz… oder sonstwie benannte „Rentenpflaster“ aus der Gauklerkiste. Nicht zu vergessen die „freiwillige“ Zusatzversicherung.

Belehren uns vielleicht Peer Steinbrück und der SPD-Vorstand nun von etwas anderem?

St. kündigte einen Wahlkampf an, der „spannend und teilweise auch spaßig“ sein werde. „Es soll kein langweiliger Wahlkampf sein. Es muss kein lustloser Wahlkampf sein. Es darf auch Humor, und es darf ein bisschen Witz dabei entstehen.“
Klicklink

Kommt da sogar Dampf heraus aus der 43?

Dafür müsste man dem „Witzbold“ ja dankbar sein!

 

  11 .11.2012

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