Die tun uns nichts, die wollen nur spielen. NUR? – K 21-12

Veröffentlicht auf von alteninformant

Der Brückenschlag mag überraschen, aber diese Redensart glossiert ziemlich treffend die Art, in der von unseren Regierenden mit den wahren (!) Verursachern der Finanzkrise umgegangen wird. Man entfaltet zwar eine riesige politische und diplomatische Geschäftigkeit. Aber: Niemand von den Auslösern des Übels wird in Deutschland ernsthaft zur Verantwortung gezogen. Obwohl vielfach gefordert! Im Gegenteil: Der Clique werden immer aufs Neue (via „Bankenrettung“) mehrstellige Milliardenbeträge zugespielt – unter dem Vorwand, damit den Euro, unser Geld zu schützen.
Was für ein tolles Spiel!
Man hatte J. Ackermann gefragt, was er von einer Finanztransaktionssteuer hielte.
Der sagte natürlich: „um Gottes willen!“

 

Europas Finanzwirtschaft – ein schier „unentwirrbares Knäuel von Problemen“?
Das ist schwer zu bestreiten. Beim ARD-Presseclub bestand sogar mal Einvernehmen zu der Idee, bei so einem Knäuel müsse man mal einen Faden durchschneiden.
Ist doch einfach logisch, nicht wahr? Aber welchen?
Handelt es sich also vielleicht doch um eine Erkenntnisproblematik?
Wegen Kommunikationsschwierigkeiten?
Geredet wird doch darüber wirklich genug. Auf allen „Kanälen“.
Und viel geschrieben.

 

Trotzdem keinen Durchblick mehr? Genau das bezweckt die amtliche Informationspolitik der einfachen Botschaften! Kernstück dabei ist eine Art Dämonisierung der Banken. Da wird wenig nach den Interessen gefragt, die diese vertreten und bedienen. Nach den Großanlegern und ihren Profiten.

Wer von uns sich weiter scheut, sich von den LINKEN, etwa der mittlerweile fachlich hoch anerkannten Sahra Wagenknecht (Link), Lichter aufstecken zu lassen, ist gut beraten, bei entsprechenden DGB-Texten Erhellung zu suchen. Sich dazu von meiner „Wochenschau“ Anstöße zu holen. Regelmäßig verweise ich da auf Claus Matecki und seine wirtschaftspolitischen Analysen. Auch Dierk Hirschel, Bereichsleiter Wirtschaftspolitik beim ver.di-Bundesvorstand, in Abständen in ver.dis PUBLIK zu lesen, hilft, sich vor neoliberaler Indoktrination zu immunisieren.

 

Politik und Wissenschaft reden in Situationen miteinander, aber sie verstehen einander nicht. Nun erheben große Gruppen von Ökonomen das Wort gegen die Politik von Merkel & Co. Und werden sogleich über das Bundespresseamt floskelhaft missinterpretiert; Strittiges wird da so im Ungefähren behandelt.
linkEs gibt Einschätzungen, die besagen, Deutschland würde vom „Stabilitätsanker“ Europas zum Teil des Problems.
Heiner Flassbeck, Direktor der Abteilung für Globalisierung und Entwicklungsstrategien der UNCTAD, einst Staatssekretär beim Finanzminister Oskar Lafontaine, meint: „Das Berliner Regierungsviertel hat sich eingemauert hinter schlechten Argumenten und kann schon nicht mehr über die Mauer schauen und sehen, wie der Rest der Welt … nur noch den Kopf linkschüttelt über den Berliner Starrsinn und sich fragt, was man noch dagegen tun kann, da die Rationalität offenbar an eine Grenze stößt.“ Link 

 

Vielleicht will ja auch Frau Merkel nur spielen? Was meint dazu ein Fachmann für Humor?

Georg Schramm, einer der Wortgewaltigen unter den politischen Kabarettisten, sinniert mit Blick auf das finanzwirtschaftliche Drama, „zu welchen Konsequenzen das führt und wie man dem Ganzen eine andere Richtung geben könnte. Wobei ich schon sehe, dass das System und seine Akteure es auch zielgerichtet darauf anlegen, von uns Normalbürgern nicht verstanden zu werden – allein damit die Umverteilung nicht stockt. Würde ich noch mal studieren, ich wählte VWL. Und ich plädiere dafür, ein obligatorisches Schulfach ,Geld & Finanzwirtschaft’ einzuführen, um der Gesellschaft eine Chance zu geben, je wieder nach so etwas wie Waffengleichheit auch nur zu streben.“ Link
Wird das reichen?

 

Hans-Joachim Zimmer, Vorsitzender des Arbeitskreises Alterssicherung im ver.di-Bezirk Berlin, schreibt:
„Aus der Sicht betroffener Bürger erscheint die politische und wirtschaftliche Gesamtentwicklung in gefährliche Bahnen abzugleiten. Unter dem Deckmantel der „Euro-Rettung“ werden wirtschaftliche und politische Fakten geschaffen, die neben dem laufenden Sozialabbau eine auf Dauer angelegte Leibeigenschaft der Staatsbürger von profitorientierten Mächten nicht nur Deutschlands installieren sollen.“

Der DGB-Chef Michael Sommer fühlt sich schon lange „veräppelt“:
„Wir erkennen genau, ob jemand versucht Spielchen zu spielen …“
Und wurde hämisch gefragt:
„Was lernen Sie daraus?“
SPIEGEL ONLINE (2.1.2011): „Die Krisenlasten tragen die kleinen Leute.“   Link

 

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